Pasteurisierter Käse
“Steirische” Listerien oder warum das Ministerium bei “Rohkäse” zu Vorsicht rät.
Dienstag, März 9th, 2010 | Allgemein, Ernährung | Keine Kommentare
Die Öffentlichkeit erfährt erneut, dass ein steirischer Käse keine steirische Milch enthalten muß. Es reicht die finanzielle Wertschöpfung des Betriebes in der Steiermark und schon wird aus importierter - in Deutschland vorverarbeiteter Milch - steirischer Bauernkäse. Nun musste, auf Grund mehrerer Todesfälle, dieser Käse vom Markt genommen werden. Grund waren die im Käse enthaltenen Bakterien (Listerien) die durch einen Käfer (offizielle Begründung) in den pasteurisierten Käse gekommen sind. Listerien sind Bakterien die in der Landwirtschaft vorkommen - so sollen sie sogar in der Bettwäsche zu finden sein und gegen Allergien vorbeugen! Im Käse haben sie allerdings nichts zu suchen, da sie für Schwangere (im letzten Trimester) und geschwächte Menschen gesundheitlich gefährlich werden können.
Interessant ist nun, dass der politische Experte für unsere Gesundheit bzw. dessen Ministerium als Reaktion auf diesen Lebensmittelskandal zur Vorsicht beim Verzehr von Rohkäse (was auch immer das ist - der Käsekommissar kennt nur Rohmilchkäse) rät. Weiters soll ein größerer österreichischer Käse- und Milchvermarkter nun tatsächlich aus Vorsicht die Kooperation mit Kleinbauern reduziert haben. Das der vom Markt genommene Käse aus pasteurisierter Milch erzeugt wurde und aus einer Industriestrasse hervorging, dürfte sowohl dem Gesundheitsministerium als auch dem Käsevermarkter entgangen sein - Hauptsache man warnt vor dem Verzehr von Rohmilchkäse und schädigt sorgfältig und sauber arbeitende Kleinbauern. Gott sei Dank verdienen unsere Politiker ihr Geld einfach weil sie im Dienst sind. Würde man sie nach ihrem Expertenwissen und ihrem Erfolg bezahlen so wäre wahrscheinlich so mancher schon verhungert bzw. müßte man sie doch glatt neben den nach Erfolg bezahlten Managern, Analysten und Bankern mit einer Armensuppe durchbringen.