Welser Bauerntage - Vortrag über neue Vertriebswege für die Landwirtschaft
Montag, Januar 12th, 2009 | Allgemein, Ernährung, Events | Keine Kommentare
Ausnamsweise werde ich mal nicht als Physiker über neue Methoden in der Magnetresonanzbildgebung berichten. Dieses Mal gehts um neue Vertriebswege von hochwertigen Lebensmitteln mittels dem virtuellen Bauernmarkt vielfalt.com. Dazu kommt, dass ich diesen Vortrag ausnahmsweise in Deutsch und dazu noch in Österreich (Wels) halten darf.
Der Vortag wird am 27.1. in Wels (Bio Austria-Bauerntage -Vielfalterfachtag) um 14 Uhr 40 unter dem Titel “Slow food und www.vielfalt.com – neue Wege zum Kunden?” stattfinden. Es folgt eine Übersicht des geplanten Vortrages.
www.kaes.at und www.vielfalt.com sind virtuelle Bauernmärkte bei denen die eingehenden Bestellungen von den Bauern bearbeitet, versendet und abgerechnet werden. Der Vortrag über diesen neuen Vermarktungsweg umschreibt und diskutiert folgende Punkte:
*) Gedanken - Die Geschichte des “Zeugs”:
Wie kann ein Radio wo die zur Erzeugung notwendigen Rohstoffe aus Südafrika bezogen werden, das notwendige Plastik aus China kommt und die Produktion in Mexiko erfolgt um Euro 3,50 in der USA bezogen werden? Um das gleiche Geld erhalten wir ca. 10 Liter Bregenzerwälder Rohmilch oder 250 Gramm (gereiften) österreichischen Käse. Wer bezahlt dafür, dass wir einen Radio in dessen Produktion drei Kontinente involviert sind um diesen Preis bekommen?
*) Die Idee/Fragen:
-> Warum ist das Wort “teuer” für kostenintensive Lebensmittel die falsche Wortwahl?
-> Umgekehrt: Es gibt immer neue Möglichkteiten Lebensmittel noch “schlechter” zu erzeugen und damit noch billiger anzubieten (Beispiel Brot).
-> Anonymisierung von Lebensmitteln.
-> Wie können traditionell erzeugte Produkte mit hohem handwerklichem Erzeugungsaufwand direkt vom Produzenten in ganz Österreich bezogen werden?
-> Wo liegt der Vorteil eines virtuellen Bauernmarktes im Vergleich zu einem herkömmlichen Webshop mit zentralem Lager?
-> Was bedeuted die Umsetzung eines virtuellen Bauernmarktes für die Transportwege der Produkte im Vergleich zum Handel (Supermarkt, Webshop, etc.).
-> Wo liegen die potentialen Vorteile der Produzenten.
*) Umsetzung und Entwicklung des Projektes:
-> 2002-2008: Start und Umsetzung des virtuellen Bauernmärkte kaes.at und vielfalt.com.
-> Aufteilung des Kundenprofiles (Privatkunden, Wiederverkäufer und Gasronomiekunden).
-> Vorteile für die Produzenten und für die Kunden.
-> Preisgestaltung und Vergleich zum herkömmlichen Handel.
-> Einfluß auf die Produktgestaltung.
-> Kommunikation mit den Kunden - “Freaks”.
*) Österreich:
-> Warum eignet sich Österreich im Vergleich zu anderen Ländern besser für einen virtuellen Bauernshop?
-> Warum profitieren kaes.at und vielfalt.com von den Organisationen Bio-Austria, Slow Food und der Ama?
*) Ausblick:
-> Wie können einzelne Produzenten die an kaes.at und vielfalt.com teilnehmen auf anderen Wegen zusammenarbeiten und gegenseitig voneinander profitieren?
-> Welche weiteren Vermarktungsmöglichkeiten ergeben sich aus diesen Projekten?
-> Wo liegen die Herausforderungen für die Zukunft für den Vertrieb von Lebensmitteln?
Ich würde mich sehr über Ihre freuen, falls Sie den Vortrag an Interessierte und Produzenten in der Gegend weiterempfehlen.
Wieder einmal die Schweizer: Försterkäse
Donnerstag, Dezember 25th, 2008 | Allgemein, Märkte, Rezepte | 1 Kommentar
Die Bergkäserei Krümmenswil aus dem Kanton Thurgau produziert diesen Weichkäse aus silofreier Rohmilch. Die kleinen Weichkäselaibe (ca. 1,5 kg) reifen 6-10 Wochen in Form gehalten von einer Tannenrinde. Der cremig-weiche Käse entwickelt feine Noten nach bitteren Grassorten und leichter Rottanne - ein herrlicher Genuss!
Das innovative Produkt wurde als Nachahmung des Vacherins Mont-d’Or verklagt, da dieser eine geschützte Ursprungsbezeichnung (GUB bzw AOC) besitzt. Doch im Käsestreit ging die innovative Kleinkäserei ungeschoren hervor. Das Produkt weist genügend Unterschiede zum geschützten Käse auf. Der Meinung schließe ich mich an und denke da nur an die feine Geschmacksnote der Rottanne.

Wirklich genial wirds wenn man das angenehme einfache Rezept ausprobiert:
Mit Alufolie umhüllen, stechen, mit einem Spritzer Weisswein übergiessen und für 35 Minuten in den Ofen bei 190 °C. Das Ergebnis ist ein flambierter Förster. Das Tannenaroma hat sich durch die Hitze entwickelt und harmoniert ausgezeichnet zum Käse und geschwellten Kartoffeln oder einfach zu einem guten Brot. Mit Beilagen (z.b.: Schweizer “Gürkli”) ausreichend für 6 Personen. Der Käsetraum ist auch die perfekte Grundlage zu dem dazugenossenen Weißwein oder dem abschließendem “Schnäspli”. ![]()
Försterkäse ist selbstverständlich ständig bei unserem kaes.at/vielfalt.com Markstand erhältlich.
Photos in courtesy from Eva-Maria Paier and Juraj Krssak.
Traditioneller Bregenzerwälder Käse ist ein Archeprodukt!
Freitag, Dezember 19th, 2008 | Allgemein, Ernährung | Keine Kommentare
zum jahresende möchte ich noch über eine sehr erfreuliche tatsache informieren:
der bergkäse bzw. alpkäse von jodok felder, arthur gasser und jakob lingg ist ab sofort als offizielles arche produkt der internationalen slow food organisation ausgezeichnet - und das als erster österreichischer käse!
slow food zeichnet erhaltenswerte produkte aus, die nach alter tradition und mit viel handarbeit hergestellt werden (beim bergkäse ist das unter anderem die erzeugung mit lab von den eigenen gefütterten kälbern, die weiterverwendung der eigenen kulturen, die lagerung der milch über nacht in traditionellen holzgebsen, …).
es gibt viele bergkäse. allerdings sind käse die nach diesen kriterien hergestellt wurden leider bereits eine rarität. slow food unterstützt die traditionelle herstellung mit dieser auszeichnung, da es sonst - trotz der kaum zählbaren gütezeichen bzw. labels - keine vergleichsbare auszeichnung für handwerkliche und traditionelle erzeugung von lebensmitteln gibt.
sollten sie interesse haben, dann finden sie beschreibung des bergkäses hier: arche des geschmacks - bergkäse (die deutsche beschreibung findet sich im unteren teil der seite.)
mehr über die arche des geschmacks erfahren sie hier: essen was man retten will.
Don’t forget about Sam!
Montag, Dezember 15th, 2008 | Allgemein, Empfehlungen | 2 Kommentare
Brot aus dem Holzofen, Brot aus Sauerteig, keine fertigen Backmischungen, … , einfach gutes Brot. Gutes Brot ist in den letzten Jahren wieder “interessant” geworden.
Brot ist das Grundnahrungsmittel schlechthin und wie allgemein bekannt, hat sich das Bäckereiwesen in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Brot ist im Vergleich zu anderen Produkten wesentlich billiger geworden. Es scheint, dass man alles noch etwas schlechter und dafür billiger produzieren kann. Diese Entwicklung ist in den letzten Jahren fatal geworden: Die meisten Konsumenten bekommen ein aus einer Fertigmischung hergstelltes, tiefgefrorenes, halbfertiges im Supermarkt fertig gebackenes Brot mit einer langen Liste an Inhaltsstoffen. Wem schmeckt so ein Produkt? Menschen die kein gutes Brot kennen haben - wie bei so vielen Lebensmitteln - keinen Vergleich. Umso erfreulicher ist die Entwicklung, dass die Interesse an guten Bäckereien und deren Brot wächst.
Um nicht die ewig gleichen Empfehlungen auszusprechen, möchte ich nun den Kornbuben Sam empfehlen. Sam (Günther Sommer) betreibt die Kornstube. Sein Brot ist von unvergleichbarer Qualität. Ich lagere das hefefreie Holzofenbrot neben dem Käse im Keller. Es ist nach 3 Wochen dünn geschnitten immer noch herrlich zu genießen - vielleicht das letzte “offiziell” verfügbare Kärntner Bauernbrot? Sam legt Wert auf biologische Zutaten, Honig statt Zucker und liebevolle Handarbeit. Das erhältliche Brot hat ihn schon vor Jahrzehnten geärgert und daher ist er umso länger einer der wenigen Produzenten die schon lange vor dem aktuellen Brotboom richtiges Brot backen - teilweise auch mit seinem mobilen Holzhofen, der von Pferden gezogen wird. Ein Besuch in der Kornstube ist daher ein Pflichtermin falls man durch Klagenfurt kommt.
100 Lebensmittel die Sie glücklich machen.
Sonntag, Dezember 14th, 2008 | Allgemein, Empfehlungen | Keine Kommentare
Werner Lampert war immer ein Vordenker. Er hat den ersten wirklich erfolgreichen Biolabel in Österreich entwickelt - diesen wieder verlassen - und ist seit längeren wieder mit einem neuen Partner und einer von ihm entwickelten Marke zurück.
Nun hat Werner Lampert das Buch “100 Lebensmittel die Sie glücklich machen” geschrieben, in dem er die für ihn wichtigen Dinge in der Landwirtschaft erläutert.
Das Buch ist aus mehreren Gründen zu empfehlen. Allein das erste Kapitel über Brot sollte jeder gelesen haben! Mich hat die sehr ausführliche Beschreibung über die Erzeugung von Bergkäse erfreut. ![]()
Man ließt auch Tatsachen bzgl. verschiedener Labels. So mancher könnte sich wundern, dass eine Biokuh nie auf der Weide gewesen sein muss und bis zu 40% Soja essen darf. Ein Buch mit vielen interessanten Tatsachen, aber vor allem mit lauter Empfehlungen inklusive Bezugsquellenangabe für Lebensmittel die laut Lampert glücklich machen!
Franz Wirth vom Labonca Biohof am 11.10. am Karmelitermarkt
Montag, Oktober 6th, 2008 | Allgemein, Events, Märkte | Keine Kommentare

Am kommenden Samstag (11.10.) begrüßt Slow Food Wien Franz Wirth vom Labonca Biohof am Karmelitermarkt.
Am Labonca Biohof im Lafnitztal in der Steiermark werden hervorragende Produkte aus dem Fleisch des “Sonnenschweins”, einer Kreuzung aus den Rassen Schwäbisch-Hällisch und Duroc, hergestellt. Der Lebensraum des Sonnenschweins ist von Geburt an ein großzügiges Weidegebiet, wo sie ganzjährig im Freien gehalten werden. Die extensive Fütterung über mindestens 12-14 Monate und die außerordentliche Bewegungsfreiheit sichern ein besonders feinfasriges, kompaktes und saftiges Fleisch.
Am Samstag wird Franz Wirth zahlreiche, teilweise prämierte, Wurst- und Speckprodukte sowie Pasteten und Aufstriche zur Verkostung anbieten.
Link: Labonca Biohof
Neu gesehen am Karmelitermarkt - Wienerwald Weiderind
Montag, Oktober 6th, 2008 | Allgemein, Märkte | Keine Kommentare
Letzten Samstag (4.10.) war da ein neuer Stand am Karmelitermarkt mit optisch erstaunlich wirkendem Rindfleich in der Vitrine. Der richtige Glanz und vor allem die feine Marmorierung war zu erkennen. Das Fleisch aus dem Biosphärenpark Wienerwald fand im Form von gebratenen Hüferl auf unseren Sonntagstisch und war geschmacklich mindestens genau so gut wie es ausgesehen hat. Rindfleisch fehlt am Karmelitermarkt und daher hoffen wir, dass der Anton Klaghofer mit seinem Fleisch nächste Woche wieder kommt. Vor allem mit dieser Qualität!
Roswitha Tscheliesnig am 4.10. am Karmelitermarkt
Mittwoch, Oktober 1st, 2008 | Allgemein, Events, Märkte | Keine Kommentare
Am kommenden Samstag (4.10.) begrüßen wir Roswitha Tscheliesnig aus dem Vordernbergertal in der Obersteiermark am Karmelitermarkt beim Slow Food Wien Stand.
Die passionierte Käseproduzentin stellt in Ihrem kleinen Betrieb zwei hervorragende Rohmilchkäsesorten in traditionell handwerklicher Produktion her.
Am Samstag wird sie ihren Bergziegen-Hartkäse Caprissimum und den aus Kuhmilch hergestellten Leobener Hauskäse, einen Weichkäse in Rotkultur, präsentieren und zur Verkostung anbieten.
Nachtrag: Die herrlichen Rohmilchkäse sind ab sofort beim kaes.at/vielfalt.com Stand am Nachschmarkt, Rochusmarkt und am Karmelitermarkt erhältlich (-> Öffnungszeiten).
Käsige Kochkurse bzw. Kochlektionen!
Samstag, September 27th, 2008 | Allgemein, Empfehlungen | 1 Kommentar
Für den Herbst möchte ich zwei Kochkurse empfehlen.
1. Irene Weinfurter - Schweizer Abend im Kochklub Kühn - 25.11.
Die Slow Food Wien Köchin Irene Weinfurter wird nach ihren mehrmaligen Schweizaufenthalten inspiriert durch den Austausch mit Schweizer Köchen einen Abend rund um den Schweizer Käse veranstalten.
Das Menü: Eingelegtes Kaninchen - Salat mit Ziegenkäse-Törtchen - Rüblisuppe - Scheinslungenbraten im Kräutermantel - Käsespezialitäten aus der Schweiz
Ort:
Kochklub Kühn, Kühnplatz 3, 1040 Wien
Kosten:
€ 95,00 inkl. MWSt.
Links: Kochklub Kühn - Irene Weinfurter
2. Titi Laflora’s Kasdinner:
Ein fleischloses Menü in 4 Gängen. Immer wieder Käse, kombiniert mit schwarzen Nüssen, Erdäpfel, Spinat und Brombeeren.
DAS MENÜ: Parmesansüppchenmit schwarzen Nüssen — Erdäpfelrösti mit Vacherin — Duell aus Kasnocken und Spinatknöderln — Crème Brûlée vom Ziegenkäse mit Brombeeren
Max. 6 Teilnehmer
Termin: Sa, 15. November 08
Dauer: 14 - 18:00 Uhr (mit anschließendem gemeinsamen Essen)
Kosten: 75 €
Ort: Baumgasse 52, Hof 2, 1030 Wien
Link: Titi Laflora
Helwin Hinke am 18.10. beim Slow Food Corner / Karmelitermarkt!
Freitag, September 26th, 2008 | Allgemein, Events, Märkte | Keine Kommentare

Am Samstag, den 18.10. (9-12 Uhr) wandert Helwin Hinke von seinem Stand am Karmelitermarkt zum Slow Food Corner und präsentiert seine Produkte aus Ziegenrohmilch.
Seit zweieinhalb Jahen betreibt die Familie Hinke eine biologische Landwirtschaft in Dörfl im Wienerwald. In der Gemeinde leben 30 Menschen, dafür aber mehrere hundert Haustiere und zwei weitere Biolandwirte.
Die Ziegen werden handgemolken und die täglich gemolkene Milchmenge ist auf 40 bis 50 Liter beschränkt. Sämtliche Produkte werden in reiner, traditioneller Handarbeit erzeugt.
Link: Helwin Hinke