Geheimsache Bio
Freitag, Oktober 16th, 2009 | Allgemein, Ernährung
Kritischer Bericht über Biolandwirtschaft: http://www3.ndr.de/sendungen/panorama_die_reporter/panorama338_format-flashhi.html
Bekommen habe ich den Link von einem Biobauern der ersten Stunde. Auf seinen Produkten wird allerings nur noch durch die Kontrollnummer darauf hingewiesen.
3 Kommentare to Geheimsache Bio
danke für den link, hab’s mir jetzt doch angesehen. vom journalistischen standpunkt ist besonders die erste hälfte unter jeder sau: extrem manipulativ und tendenziös. die zweite hälfte ist interessanter, aber was zählt, ist trotzdem der vergleich zur konventionellen landwirtschaft. die wirklich guten alternativen zu bio (hervorragende, handwerklich gemachte produkte von verantwortungsbewussten produzent/inn/en) sind so rar und so klein, dass damit derzeit niemand die gesamte versorgung (lebensmittel für jede mahlzeit und jeden tag der woche) bewältigen könnte. und dann bleibt nur wieder die wahl zwischen konventionell und bio (je nach verband, herkunft, produzent etc. mit grossen qualitätsunterschieden). dass das geschönte und werblich aufgemotzte bio-bild viel transparenter werden muss, ist ja überhaupt keine frage. nur glaube ich nicht, dass hetze dabei (oder überhaupt bei irgendwas) hilfreich ist.
ich finde den beitrag ungefähr so manipulativ wie die glücklichen schweinchen umgeben von schmetterlingen in der werbung. diese landen dann bestimmt in der supermarkt kette. die biodiskussion ist leider kaum zu führen - alle nehmen extremstandpunkte ein. insofern finde ich den beitrag ganz ok - er kann die diskussion und damit die weiterentwicklung fördern. was aber ist konkret manipuliert in diesem beitrag?
das nennst du einen “extremstandpunkt”?
und was ist mit meiner einschätzung, dass von den alternativen zu konventionell und bio, den richtig guten, alleine niemand leben kann? ich rede nicht von feinkost, sondern vom alltag. eben.
warum manipulativ?
die art der fragestellungen, die “gesprächs”führung, die unterstellungen (es ist eben kein neutrales nachfragen), die “zusammenfassungen” ohne nachzufragen, das ende der kurzinterviews immer dann, wenn wesentliche informationen entweder gegeben oder eingeholt werden müssten, die plakativen verallgemeinerungen, vereinfachungen und natürlich nicht zuletzt die schnitte. das ist das kleine 1×1 des boulevardjournalismus.
wenn das gut gemacht gewesen wäre (ohne diese angriffspunkte, die dir jeder gute journalist/jede gute journalistin nennen könnte), dann bin ich bei dir. genau diese halbe stunde ernsthaft als basis für eine diskussion herzunehmen finde ich aus den genannten gründen nicht klug.
inhaltlich ist es natürlich richtig: die scheinheiligkeit gehört diskutiert, die branche viel transparenter gemacht (komisch, dass das bei der konventionellen landwirtschaft und vor allem der lebensmittelindustrie gar nicht erst eingefordert wird - weil es chancenlos ist?), die beschönigungen aufgehört und die schwierigkeiten auf den tisch gelegt, damit sich was ändern kann. genau. aber das habe ich eh schon oben in meinem ersten kommentar gesagt.

23. Oktober 2009